Serverumzug und der Versuch, sich von Übersee-Diensten zu trennen

Es ist wiedermal soweit. Ich ziehe mit meinem Domains und meinen Daten um.

Was bewegt mich zum Umzug?

Hauptsächlich sind es folgende Eckpunkte, die ich näher erleuchte:

  • Kosten
  • Datenschutz
  • Standort meiner Daten

 

V-Server bei Hetzner

Die Wartbarkeit meines V-Servers bei Hetzner ist leider nicht mehr im Verhältnis zur Nutzung. Derzeit habe ich auf meinem V-Server ISP Config installiert. Darunter werden meine Domains, sowie E-Mail Postfächer und Webseiten verwaltet. Leider ist es nach jedem Update, sei es ISPConfig oder ein Ubuntu-Systemupdate einiges an Aufwand, die Serverdienste wieder online zu bekommen. Ganz besonders ist hier mein MTA bei jedem Update betroffen.

Hetzner hat einige Vorteile, die ich eigentlich nicht missen möchte:

  • Gute Domainverwaltung
  • Günstige Domains (z.B. DE Domain ca. 3€ pro Jahr)
  • Günstiger V-Host (ca. 8 EUR pro Monat für 1 CPU + 512 MB RAM, 20GB HDD)
  • Handles und DNS Einträge können selbst erstellt und bearbeitet werden

Dazu sei gesagt, dass ich mit aktueller Nutzung schon sehr nah an die 512 MB RAM herankomme und sehr auf meine Speicherauslastung achten muss. Auch eine Owncloud konnte ich aufgrund von massivem Speichermangel (20GB sind heutzutage nichts mehr) nicht einsetzen

Googlemail

Des Weiteren bin ich immer wieder etwas „schockiert“, dass Webseiten, die mit Google Adwords etc. zusammenarbeiten, genau die Werbungsthemen auf die Seiten pushen, die ich zuletzt via Newsletter o.ä. auf meine Googlemail Adresse bekommen habe. Auch wenn dies immer ein Gerücht ist, und Google explizit sagt, es werden die Mails nicht gescannt, sondern einfach nur nach Buzzwords gefiltert, so ist es doch manchmal sehr eigenartig, wenn ich an einem Tag von Amazon einen Newsletter mit Empfehlungen über Grafikkarten bekomme (weil ich mir am Vortag neueste Erfahrungsberichte auf Amazon durchgelesen habe), und ich plötzlich in einigen Google-Adwordblocks Grafikkarten zum Kaufen angezeigt bekomme. Habe ich von meinen abonnierten Verkäufern auf Ebay eine neue E-Mail über  neue eingestellte Waren (z.B. PS3 Games) erhalten, wird mir überall Werbung für PS3 Games auf die Nase gedrückt.

Dies bringt mich dazu, von Google Abschied zu nehmen. Seit nunmehr bald 10 Jahren habe ich dort meine Postfächer und werde diese jetzt nach und nach ablösen.

Dropbox

Ich habe durch eine Samsung Promotion 50GB Speicherplatz bis zum März 2014. Bis dahin muss ich alles angesammelte wieder von guten derzeit 20 GB auf 4GB minimieren. Sollte ich dies nicht machen, so werden meine Daten einfach gelöscht. Es muss eine Alternative her.

Kosten

Derzeit zahle ich für alle Domains, inkl. DNS Gebühr und V-Server ca. 140 EUR / Jahr. Hier kann man einiges einsparen.

Wie geht die Reise weiter?

Ich habe mir bei All-Inkl (meinem ehem. Lieblingswebhoster) wieder ein Webspace Paket mit 5 inklusiv Domains,  100 GB Speicherplatz und 1000 Postfächern gemietet. Dorthin werde ich alle meine Domains und Postfächer/Webseiten umziehen. Damit fällt zwar einiges an Konfigurierbarkeit für mich weg (DNS, Handles, vollen Root-Zugriff), allerdings habe ich deutlich weniger Aufwand.

E-Mails

Meine neueste Strategie bzgl. meiner Mails wird sein, dass ich für jeden Dienst, bei welchem ich mich anmelde, eine eigene E-Mail Adresse hinterlegen werde. Zum Beispiel amazon@meine-domain.de für Amazon. Diese Mail ist in Wirklichkeit nur eine Weiterleitung an mein privates Postfach ich@meine-domain.de. Dort werde ich per Filter entsprechend die Mail in einen Unterordner verschieben.

Sinn der Sache?

  1. Ich habe endlich meine eigene Domain für alle E-Mails und kann mir hier einen Ticken sicherer sein, dass die Mails nur auf Anfrage von deutschen Behörden herausgegeben werden (E-Mails liegen auf deutschen Servern). Ja, auch ich habe bedenken hinsichtlich der NSA-Affäre etc.
  2. Ich habe die Möglichkeit herauszufinden, welche Dienste meine E-Mail Adresse „weiterverkaufen“. Kommt z.b. auf meiner E-Mail amazon@meine-domain.de plötzlich Viagra Spam, kann ich davon ausgehen, dass Amazon meine Mailadresse weiterverkauft hat (oder ein Bot durch Zufall diese Adresse nutzt). Ich kann dann gemütlich die Weiterleitung deaktiveren und eine neue Einrichten. Ggf. kann ich hier auch den entsprechenden Betreiber anfragen und ggf. auch rechtliche Schritte einleiten.

Während ich meine Accounts bei sämtlichen Dienstleistern bearbeiten muss, habe ich gleichzeitig die Möglichkeit, entsprechend Accounts löschen zu lassen, sofern nicht mehr benötigt.

Dropbox

Der Speicherplatz von 100GB ermöglicht es mir, meine Owncloud dort aufzusetzen. Dies wird die Dropbox ablösen.

Kosten

Das Gesamtpaket kostet mich jetzt nur noch 95 EUR / Jahr.

Fazit:

  • Weniger Administrationsaufwand
  • Geringere Kosten
  • Mehr Applikationsnutzungsmöglichkeiten

Ich denke, der Aufwand, den ich betreibe, wird sich definitiv lohnen.

1 Kommentar
  1. Michi
    Michi sagte:

    Hey Franz,

    spannendes Vorhaben, ich bin auch gerade dabei mich von Google und Dropbox loszulösen.
    Dazu experimentiere ich noch mit meinen Raspberry Pi’s (Seafile als Dropbox-Ersatz und Owncloud als Kontakte/Kalender-Ersatz für Googlemail).

    Würde mich freuen, wenn Du mal bei Gelegenheit Deine Ergebnisse zum „Verkaufen der Emailadressen“ veröffentlichst. Auch die Performance von Owncloud und ob das „_conflict-Dateien“-Problem bei Dir auftritt, würde mich interessieren.

    Viele Grüße
    Michi

    Antworten

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