Wieder zurück in die amerikanische iCloud

Die Versuchung war groß und das Ergebnis hatte mir im Endeffekt ganz gut gefallen:

Vorgeschichte 1
Vorgeschichte 2
Vorgeschichte 3

  • Mails landen bei meinem Hoster: all-inkl.
  • Kontakte und Kalender wird mit owncloud synchronisiert.
  • Dateien werden auf owncloud als Alternative zu Dropbox synchronisiert

Vor ein paar Wochen gab es jedoch einen PHP Fehler in Owncloud der dazu führte, dass alle Kontakte und Kalendereinträge verschwunden sind und natürlich prompt auf alle Geräte synchronisiert wurde. Sehr ärgerlich! Aber der Vollzeitnerd hat ja tägliche Backups. Nichtsdestotrotz habe ich keine Lust das öfters zurückspielen zu müssen. Es muss reibungslos und zuverlässig funktionieren.

Auch hat es Owncloud bis heute nicht geschafft, ordentlich mit SSL Proxies umzugehen. Ein Wildcard SSL Zertifikat ist mir für private Angelegenheiten zu teuer. Ohne SSL möchte ich eigentlich nicht synchronisieren.

Ganz blöd: Ich hab wohl so viele Dienste, dass ich teilweise meine Anmeldedaten vergesse (dadurch dass ich variable E-Mail Postfächer via Catch-All Postfach abfange). Die Idee war klasse: Ich kann nachvollziehen, wer meine Adressdaten weitergibt und kann einfache Wegwerfpostfächer generieren. Nachteil: Fast 70% meiner genutzten Dienste wollen eine E-Mail Adresse als Anmeldename 🙁

Nachdem ich nun meine Apple Landschaft um ein MacBook Pro erweitert habe, ist der Weg zurück in die amerikanische iCloud wieder lukrativer geworden.

Das Wochenende war ich nun damit beschäftigt, Kontakte, Kalender und E-Mails wieder auf die iCloud umzustellen.

Dabei fällt eher negativ auf, dass Apple 5GB for free für seine Cloud zur Verfügung stellt. Dumm nur, dass diese 5GB schon durch mein iPhone iCloud-Backup (3,8GB) fast aufgebraucht sind. Hinzu kämen noch meine 3GB Mails. Passt nicht ganz. Nach etwas Höhlenforschung ist mir aufgefallen, dass im iCloud Backup des iPhones auch die Fotos und Videos synchronisiert werden (3 GB … UPS!). Nachdem ich sowieso alle meine Bilder und Videos via PhotoSync über Webdav in meine OwnCloud weiterhin schiebe, brauche ich das nicht. Den Foto/Video Backuptask kann man Gott sei Dank im iPhone deaktivieren. Damit hätte ich dann wieder meinen Platz um meine Mails entsprechend einzupflanschen.

Warum wieder zur amerikanischen Cloud? Wenn zu den Amis, warum nicht wieder zurück nach GMail?
Bei Gmail hat man 15GB freien Speicher, wohl wahr. Was mir dort aber gehörig auf die Nüsse geht:
Google verdient sein Geld mit Werbung und anonymisierten Profildaten. Dass meine Mails dort nach Stichwörtern gescannt werden, und ich auch personalisierte Werbung passend auf meine letzten Newsletter angezeigt bekomme, bereitet mir mehr Bauchschmerzen, als mir lieb ist.

Apple verdient nicht mit Werbung sein Geld, sondern mit iTunes / Hardware. Das gibt mir zumindest ein etwas besseres Gefühl bei der Cloud Geschichte.

Wichtigste Daten und Datenmüll liegen weiterhin in meiner OwnCloud, denn mit dem reinen Dateisync von OwnCloud bin ich mehr als zufrieden.

Am Ende aber das Wichtigste:
Apple mag vielen eine unsympathische Marke sein, die zudem einfach in vielerlei Hinsicht überteuert wirkt. Was aber auch ich uneingeschränkt zugeben muss und auch bewundere ist: Sobald man sich innerhalb einer homogenen Apple-Welt bewegt, hat man ein noch nie gesehenes Ökonomie System, welches (fast) reibungslos wie ein Schweizer Uhrwerk ab Werk (!) arbeitet. Ob man den Preis bereit ist zu zahlen? Das muss man für sich selbst entscheiden.

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